How to: 10 Regeln für den erfolgreichen und sicheren Einkauf bei Ebay Kleinanzeigen, Mamikreisel & Co.

Auf dem Markt gibt es eine Fülle an Portalen, um (meistens) Privatpersonen Gebraucht- und auch Neuwaren abzukaufen, wobei sicher kaufen nicht immer selbstverständlich ist. Das Online-Auktionshaus Ebay spezialisiert sich dabei auf tatsächliche Auktionen – Ebay Kleinanzeigen und Mamikreisel bezeichnen sich als (lokale) Kleinanzeigen-Portale. Diese drei Portale sind einfach exemplarisch zu sehen, es gibt natürlich viele viele andere Portale, die aber weniger populär sind und in den meisten Fällen weniger Angebote beinhalten.

sicher kaufen in internetportalen wie ebay kleinanzeigen mamikreisel und co

Übersicht über die Portal

Ebay: Vermutlich DAS Online-Auktionshaus schlechthin. Sehr großes Angebot, viele Interessenten. Interessant für Schnäppchenjäger, kann aber bei vielen Interessenten auch verhältnismäßig teuer werden: Wer am meisten bietet, erhält den Zuschlag samt einem Kaufvertrag. Üblich ist der Versand, Abholung kann vom Verkäufer aber ebenso angeboten werden. Aussagekräftiges Bewertungssystem, wenn ein Verkäufer nicht neu ist. Ebay Käuferschutz für Zahlungen mit PayPal.
Ebay Kleinanzeigen: Tochterfirma von Ebay, wie der Name schon sagt. Zahlreiche Angebote für lokale Kleinanzeigen. Hier lässt sich durchaus das ein oder andere Schnäppchen schießen, wenn man schnell ist. Weniger gute Angebote bleiben oft lange auf dem Markt, dann lässt sich mit dem Verkäufer oft preislich noch etwas verhandeln. Versand ist nicht vorgesehen, da Ebay Kleinanzeigen explizit als Lokalmarkt wirbt und zum Abholen auffordert. Versand auf eigenes Risiko kann bei geeigneter Ware mit dem Verkäufer besprochen werden. Kein Bewertungssystem. Keine Sicherheit, wenn Ware nicht abgeholt und das Geld überwiesen wird.
Mamikreisel: Die kleine Schwester vom vorher etablierten Kleiderkreisel. Sehr großes Angebot an jegweder Ware rund um die Familie. Käufer stellen Anfragen bei Interesse an einer Ware und handeln mit dem Verkäufer Einzelheiten aus. Versand ist vorgesehen, Ware kann in den meisten Fällen aber auch abgeholt werden. Vielfach eine gute Übersicht über Zustand der Ware, bevor man sie kauft. Bewertungssystem, das mehr oder weniger aussagekräftig ist. Auch hier gilt: Überweisung und Versand sind ein hoher Unsicherheitsfaktor.

Man sieht also: die üblichen Verdächtigen unterscheiden sich in der Vielfalt, im Kauf, in der Sicherheit. Wie kaufe ich also „richtig“ ein? Wie wickle ich den Kauf zu meiner größtmöglichen Sicherheit ab? Wie bin ich am Ende glücklich mit meiner Ware? Sicher kaufen und doch zu sparen ist gar nicht so schwer.

Das A und O: Preise vergleichen

Bevor ich etwas kaufen möchte, sei es Neu- oder Gebrauchtware, muss ich mir zunächst über den Kaufpreis dessen, was ich suche (im Folgenden exemplarisch ein Beistellbett), klar werden. Dazu zählt der Gang ins Geschäft und ein guter Preisvergleich online. Man bekommt sehr schnell ein Gefühl dafür, welche Läden gute Preise ihr Eigen nennen und es ist keine Seltenheit, dass man im Einzelhandel auch mal den besten Preis angeboten bekommt. Zusätzlich einen Online-Preisvergleich nutzen – da gibt es zahlreiche Portale, die sich kaum unterscheiden. Also Augen auf und Preise vergleichen!

Wenn man weiß, wieviel das Beistellbett neu kostet, lohnt es sich, die oben genannten üblichen Verdächtigen abzuklappern und zu schauen, wie die Preisspanne der Verkäufer aussieht. Daran lässt sich gut festmachen, ob ein Schnäppchen vorliegt und wie gut die angebotenen Preise sind. Konkurrenz belebt das Geschäft – je mehr (gleiche!) Beistellbetten angeboten werden, desto besser wird der Preis, denn jeder möchte sein Beistellbett ja verkaufen und nicht monatelang im Zimmer stehen haben. Der richtige Zeitpunkt für ein Schnäppchen ist also gerade dann gekommen, wenn es viele gleiche Angebote gibt.

Du hast nun also das Beistellbett auf dem Portal xyz gefunden, das du kaufen möchtest. Damit du sicher kaufen kannst, habe ich dir 10 Regeln aufgestellt, die ich selbst befolge und mit denen ich bisher sehr gut fahre:

Regel 1 Sei freundlich!

Klingt doof, ist aber so. Ein „Hallo“ und „Grüße“ am Ende hat noch Niemandem geschadet und lässt dich direkt sympathischer wirken. Gerade, wenn man vielleicht noch nach einer kleinen Preisanpassung fragen möchte, lohnt sich das. Du kannst sagen, was du möchtest, aber kein Verkäufer liest als Nachricht gerne „Gehen auch 17€?“. Die Bereitschaft zur Kooperation steigt mit zunehmender Freundlichkeit. Das ist eine Tatsache.

Regel 2 Frage nach!

Die Fotos sind nicht sonderlich scharf oder die Beschreibung ist sehr knapp? Dann keine falsche Scheu! Du möchtest dein Geld für das Beistellbett ausgeben. Um also richtig einschätzen zu können, ob der aufgerufene Preis gerechtfertigt ist, brauchst du einen möglichst guten Überblick. Gibt es Mängel, wie Kratzer und Flecken? Ist das Beistellbett vollständig? Ist es neuwertig – sehr guter Zustand – deutlich gebrauchter Zustand? Wie lange und intensiv wurde das Beistellbett genutzt? Fordere bei Bedarf weitere Fotos vom Beistellbett an.
Doch auch ein anderer Aspekt soll hier nicht unbeachtet bleiben: Der Preis. Du hast ein unglaublich günstiges Beistellbett gefunden? So günstig, dass es fast zu schön ist, um wahr zu sein? Dann ist Vorsicht geboten. Betrüger versuchen sich oftmals an beliebten Waren zu unglaublichen Schnäppchenpreisen. Dir kommt ein Beistellbett also besonders günstig vor? Dann kontaktiere den Verkäufer und frage nach dem Grund. Denn eins ist sicher: Niemand verkauft Ware unnötig und bewusst besonders billig.

Regel 3 Frage nach Kaufunterlagen!

Dieser Punkt hängt natürlich vom Alter des Beistellbetts ab. Ein neues oder nur kurz gebrauchtes Beistellbett liegt vielleicht noch in der gesetzlich festgelegten Gewährleistungsfrist von zwei Jahren, die der Hersteller auf seine Ware gibt. Normalerweise ist diese Gewährleistung nicht übertragbar, doch wenn lediglich ein Kassenbon vorliegt, ist dieser natürlich nicht mit einem Namen versehen Viele Firmen zeigen sich in dieser Hinsicht aber kulant und nehmen auch mit anderem Namen versehene Rechnungen an. Nachfragen lohnt sich auf jeden Fall.

Regel 4 Hole die Ware ab!

Du willst das Beistellbett also kaufen. Meine Empfehlung: Hol dir Ware IMMER ab, wenn es irgendwie geht, denn so kannst du wirklich sicher kaufen. Verzichte auf den um 2€ günstigeren Preis, wenn die Ware in Buxtehude statt in eurem Wohnort liegt. Nur, wenn du das Beistellbett abholst, kannst du dir vor Ort einen persönlichen Eindruck von ihm machen. Entspricht das Beistellbett der Beschreibung und den Fotos? Ist Alles zu deiner Zufriedenheit, so dass du weiterhin davon überzeugt bist? Steht das Bett tatsächlich in der tierfreien Nichtraucherwohnung? Das sind Eindrücke, die nicht zu bezahlen sind und dir größtmögliche Sicherheit geben.
Auch mangelhafte Verpackung oder unpfleglicher Umgang der Paketdienste mit dem Paket bleiben so aus und am Ende vielleicht die Frage, ob der Kratzer im Bett schon vorher da war und verschwiegen wurde. Wenn auf dem Weg nach Hause Kratzer ins Beistellbett kommen, so ist es immerhin deine eigene Schuld

Regel 5 Regele den Versand! (fällt bei Abholung weg)

Du möchtest also das Beistellbett geschickt bekommen, weil es in deiner Nähe keins zu kaufen gibt. Das lässt sich dann nicht ändern, der günstige Preis rechtfertigt aber den Kauf sehr gut. Dann besprich mit dem Verkäufer den Versand des Beistellbettes.
Bitte um eine entsprechende, sichere Verpackung, so dass die Ware keinen Schaden nimmt. Wähle einen sicheren Versand aus und frage nach dem Versandunternehmen, das der Verkäufer nutzt. Du hast schlechte Erfahrungen mit Hermes gemacht? Sprich mit dem Verkäufer darüber und bitte ihn, DPD zu nutzen. Kommunikation ist Alles.
Wähle einen versicherten Versand mit einem ausreichend hohen Versicherungswert. Denk daran: Ein unversicherter Versand, z.B. als Warensendung, geschieht bei einem Privatkauf auf dein eigenes Risiko und geht öfter verloren als man denkt. Dass du für die Versandkosten aufkommst, ist selbstverständlich – außer es wird anders vereinbart.

Regel 6 Kläre die Zahlungsmodalitäten!

Bei Abholung wird mit Bargeld bezahlt, das ist üblich und sinnvoll. Wird das Beistellbett versendet, geht es nun darum, es auch zu bezahlen. Bevor das Geld nicht bei dem Verkäufer ist, wird er es nicht versenden. Das ist nicht unüblich und ist sozusagen das Risiko des Käufers. Dieses Risiko lässt sich aber verringern.
Gerne wird dem Käufer die Überweisung angeboten. Das ist besonders bequem für den Verkäufer, da für ihn mit dieser Bezahlmethode keine weiteren Kosten durch den Geldtransfer entstehen. Dies öffnet aber auch die Pforten für Betrüger – und die tümmeln sich in den Portalen häufiger als man denkt.
Das Problem ist, dass sich eine Überweisung – selbst bei der Bank – nicht rückgängig machen lässt, wenn sie selbst ausgeführt wurde. Das Geld ist weg und man erhält im schlimmsten Fall nie die gekaufte Ware.

Was also tun? Ich setze in dieser Hinsicht auf PayPal. Auch PayPal ist kein Wundermittel, bietet aber einen Käuferschutz. Auch hier ist aber wieder Vorsicht geboten: Viele Verkäufer möchten bei PayPal auf die Freundschaftszahlung heraus, da sie kostenlos ist – diese ist aber NICHT für die Bezahlung von Ware gedacht und der Käuferschutz greift hier NICHT!
Der Verkäufer möchte keine „normale“ PayPal-Zahlung? Biete ihm an, die PayPal-Gebühren selbst zu zahlen. Diese belaufen sich oftmals nicht mal auf einen Euro und sollte dir die höhere Sicherheit beim Transfer Wert sein. Aktuell (Stand: 12.10.2015) beträgt die Gebühr 35 Cent + 1,9% des Verkaufswertes für die meisten Warenbereiche.
Der Verkäufer möchte sich darauf nicht einlassen? Frage ihn, warum! Vielleicht hat der Verkäufer lediglich Angst vor einem „schwarzen Schaf“-Käufer, der am Ende behauptet, die Ware sei defekt – vielleicht steckt aber auch mehr dahinter. Das gegenseitige Vertrauen bei Internet-Privatkäufen mit Versand und, in wieweit es sinnvoll ist, ist  ein schwieriger Aspekt, für den es kein Allheilmittel gibt.
Eins gibt es aber, das du NIE NIE NIE tun solltest: Überweisungen in’s Ausland tätigen. Ich wiederhole: NIE NIE NIE. Schluss aus

Regel 7 Zahle zügig! (erübrigt sich bei PayPal-Zahlung)

Du hast keine andere Möglichkeit als das Geld zu überweisen. Auch das kommt vor und, wenn man ein gutes Bauchgefühl hat und das Risiko eingehen möchte, spricht nichts dagegen. Doch mache bitte einen Fehler nicht: Halte den Verkäufer nicht unnötig hin. Das gehört sich einfach nicht. Er hält dir die Ware frei und wartet auf den Zahlungseingang. Da eine Überweisung auch mal 2-3 Tage dauern kann, lass ihn nicht unnötig warten und tätige sie sofort. Falls etwas dazwischen kommen sollte, sprich mit dem Verkäufer. Die meisten Probleme können mit etwas Kommunikation ganz einfach geklärt werden und viele Verkäufer zeigen Verständnis.

Regel 8 Bleibe in Kontakt!

Frage ruhig nach, ob das Geld angekommen ist und wann das Beistellbett versendet wird. Frage den Verkäufer nach der Sendungsverfolgungsnummer, wenn er sie dir nicht ohnehin schickt. Nur so kannst du sicherstellen, dass du auch zu Hause bist, falls es von Nöten sein sollte. Davon kann man bei einem Beistellbett ausgehen Außerdem musst du so dem Verkäufer nicht tagelang hintereinander die gleiche Frage stellen, nämlich, wann dein Bett endlich ankommt. So geduldig manche Verkäufer auch sein mögen, wenn die Ware versendet ist, ist sie versendet. Für die Zeitspanne, die zwischen Versand und Erhalt liegt, kann allein der Paketdienst etwas.

Regel 9 Kläre Probleme!

Du hast das Beistellbett also erhalten. Und was siehst du da? Eine kleine Verfärbung an der dritten Sprosse hinten. Spaß bei Seite: Ist das Beistellbett nicht so, wie es dir versprochen wurde und die Bilder suggerierten, so gib dem Verkäufer nicht einfach eine schlechte Bewertung. Wir sind alle nur Menschen und vielleicht hat er den Mangel einfach nicht gesehen? In den meisten Fällen lässt sich eine Lösung finden, die für beide zufriedenstellend ist. Natürlich hofft man, dass Regel 9 einfach nicht nötig sein wird

Regel 10 Bewerte den Verkäufer!

Du warst mit der Transaktion zufrieden? Oder es mangelte an etwas? Hinterlass dem Verkäufer – wenn es das System zulässt – ein ehrliches, aber faires Feedback. Dieses kann so ausführlich sein, wie möglich. Davon profitieren die späteren Käufer, denn sie sehen, ob du mit deinem Kauf zufrieden warst. Denk daran: Auch du profitierst davon, dass andere deinen jetztigen Verkäufer vorher bewertet haben und dir damit zeigen, dass du beim Verkäufer sicher kaufen kannst. Und bitte bitte bitte: Bedenke Regel 9, bevor du eine Bewertung abgibst. Du hast ein Problem zu deiner Zufriedenheit aus dem Weg räumen können? Dann sei fair und gib dem Verkäufer keine schlechte Bewertung.

Einen Zahn muss ich am Ende noch allen Internetschnäppchenjägern ziehen: DIE 100%ige Sicherheit beim Einkauf im Internet gibt es nicht. Es wird sie vermutlich auch nie geben. Geht mit ein bisschen Menschenverstand an die Sache heran und traut besonders günstigen Angeboten nicht. Ganz gefeit ist man nie und Betrüger werden leider immer besser. Doch wer nicht ganz blauäugig zahlt und richtig hinterfragt, wird den meisten Betrügern nicht auf den Leim gehen.
Ansonsten gilt: Kommunikation, Abholung und PayPal sind drei Aspekte, auf die ich bei Privatkäufen setze. Kommunikation um Alles zur Ware zu besprechen und zu klären. Abholung mit Barzahlung, wenn es ich abhole (was ich meistens tue). PayPal, wenn es nicht anders geht und versendet werden soll, ich aber dennoch sicher kaufen möchte.

Habt ihr noch andere Tipps, Tricks und Vorgehensweisen? Ich bin gespannt und freue mich auf eure Kommentare!

Ich wünsche euch allen eine angenehme Woche!
Mrs. Ella

Merken

Merken

Leave a Reply